Ceres    
  (1) Ceres  
  Nach der Neudefinition von Planeten wird Ceres der Gruppe der Zwergplaneten zugeordnet.
Benannt wurde der Zwergplanet nach der römischen Göttin des Ackerbaus.
 
 

Umlaufbahn  
Ceres bewegt sich auf einer Ellipse in der Mitte des Asteroidengürtels, in einem mittleren Abstand von 2,77 AE, in 1682 Tagen (4 Jahre 7 Monate 10 Tage) um die Sonne. Die kleinste Entfernung von der Sonne (Periheldistanz) beträgt 2,54 AE, die größte (Apheldistanz) 2,99 AE. Die Umlaufbahn ist um 10,6° gegen die Ekliptik geneigt. 
Sie erreicht eine scheinbare Helligkeit von bis zu 6,6 mag. Ceres lässt sich daher bereits mit einem Feldstecher oder einem kleinen Teleskop auffinden.

Die nächste Opposition: 31. Januar 2018

 
 
ceres Beschaffenheit
Ceres ist das größte und massenreichste Objekt des Asteroidengürtels zwischen Mars und Jupiter. Für die Masse wird ein Wert von 9,35 × 1020 kg angegeben, was dem 6400. Teil der Erdmasse entspricht. Massenvergleich: Erde zu Ceres wie Auto zu 250g Butter.
Ceres hat damit etwa die 3,5fache Masse des schwersten Asteroiden,  (4) Vesta, und vereinigt etwa 30 % der Gesamtmasse des Asteroidengürtels in sich.
Beobachtungen mit dem Weltraumteleskop Hubble haben gezeigt, dass Ceres ein leicht abgeplattetes Rotationsellipsoid ist, mit einem Äquatordurchmesser von 975 km und einem Polardurchmesser von 909 km. Die Oberfläche von Ceres ist damit etwa 2.850.000 km² groß, was etwar 8 mal die Fläche von Deutschland ist. Die Rotationsperiode beträgt 9,075 Stunden, die mittlere Dichte wird mit 2,077  g/cm3 angegeben. (das ist die Dichte von Sand oder Lehm)
 
 
Entdeckung
Schon Johannes Kepler vermutete in der „Lücke“ zwischen den Umlaufbahnen von Mars und Jupiter einen Planeten, und die Entdeckung der Titus-Bode-Reihe, welche die Abstände der bekannten Planeten beschrieb. Diese Titus-Bode-Reihe um bestärkte 1770 derartige Vermutungen. Die von den Astronom Franz Xaver von Zach und Johann Hieronymus Schroeter gegründete „Himmelspolizey“ machte sich ab 1800 daher gezielt auf die Suche nach dem vermuteten Planeten. Dazu wurde der Bereich um die Ekliptik in 24 Abschnitte geteilt. Jeder dieser Abschnitte wurde einer Sternwarte zugeteilt, die ihn nach dem Planeten absuchen sollte. Piazzi, der die entdeckte Ceres zunächst für einen Kometen hielt, gelang seine Entdeckung allerdings zufällig während der Überprüfung eines Sternkataloges in der Neujahrsnacht 1801.
Nachdem Piazzi den Neuen Himmelskörper aufgrund einer Erkrankung bald wieder aus den Augen verlor, gelang es Carl Friedrich Gauß mithilfe einer neu entwickelten Methode zur Bahnbestimmung, dennoch eine gute Vorhersage für die Position des Zwergplaneten zu machen. Somit konnte der Astronom Zach Ceres am 7. Dezember 1801 wieder auffinden. Die von Gauß eigens zu diesem Zweck entwickelte Methode stellte sich darüber hinaus als ungemein fruchtbar heraus, da sie
  die berühmte Methode der kleinsten Quadrate gewissermaßen als Nebenprodukt enthielt. Wie sich herausstellte, bewegt sich Ceres tatsächlich zwischen Mars und Jupiter, genau in dem von der Titius-Bode-Reihe vorhergesagten Abstand, um die Sonne. Ceres wurde daher für einen Planeten gehalten.

Erst als die Zahl der zwischen Mars und Jupiter gefundenen Himmelskörper um 1850 rasch anstieg, setzen sich für diese Objekte die Bezeichnungen „Kleine Planeten“, „Kleinplaneten“, „Planetoiden“ oder „Asteroiden“ durch, womit auch Ceres ihren Status als Planet verlor. Eine Neufassung des Planetenbegriffs durch die IAU (Internationale Astronomische Union), die aufgrund der Entdeckung weiterer Himmelskörper in der Größenklasse Plutos nötig wurde, führte dazu, dass Ceres nun gemeinsam mit Pluto, (136199) Eris, (136472) Makemake und (136108)  Haumea als Zwergplanet klassifiziert wird.

 
 

Die Raumsonde DAWN der NASA schwenkte am 23. April 2015 in ein erstes Orbit um Ceres ein. Am 6. Juni begann die Sonde die nächste Erkundungsphase: Sie sank in eine niedrigere Umlaufbahn. Aus einer Höhe von 4400 km gelingen Aufnahmen mit einer Auflösung von 400 Metern pro Bildpunkt.
Auf den Aufnahmen lässt sich deutlich die stark zerkraterte Oberfläche des Zwergplaneten erkennen. Die hohe Anzahl der Krater weist auf eine alte Oberfläche aus der Frühzeit des Sonnensystems vor rund vier Milliarden Jahren hin.
Allerdings verteilen sich die Krater nicht homogen über die Oberfläche. Es gibt Regionen, die relativ glatt erscheinen und nur wenige Einschlagskrater aufweisen. Dies sind Hinweise darauf, dass in diesen Bereichen die Oberfläche durch eine innere geologische Aktivität von Ceres erneuert wurde. Zudem finden sich längliche Strukturen, die auf Bruchvorgänge in der Kruste hindeuten.
Ungeklärt ist bisher Beschaffenheit und Ursprung der weißen Flecken auf Ceres´ Oberfläche.
Aus Sterne und Weltraum 7/2015 S. 16

 
 

Das Bild wurde am 23. Mai aus 5100km Höhe mit einer Auflösung von 480 m pro Bildpunkt

Die hellen Flecken auf einer Aufnahme vom 6. Juni 2015  

 
 

Bilder von der NASA

Auf weitere Fotos kann man gespannt sein.

 
 

Die Erklärung für die weißen Flecken auf der Oberfläche von Ceres hat die Raumsonden Dawn geliefert.  
Der Einschlagskrater Occator hat einen Durchmesser von 92 Kilometer. Im nordöstlichen Teil seines Zentralbereichs befindet sich das hellste Gebiet auf Ceres. Diese hellen Gebiete entpuppten sich bei höherer Auflösung als helle Ablagerung, die sich zu einem Dom mit 400 Metern Höhe aufschichten. Es sind aktive Kryovulkane, die sehr helles Natriumkarbonat aus der Tiefe an die Oberfläche befördert haben. Der letzte Ausbruch des Vulkans ereignete sich, so wird vermutet, vor weniger als zwei Millionen Jahren. Das Alter des Kraters wurde auf etwa 20 bis 30 Millionen Jahre bestimmt, was vergleichsweise jung ist.
Aus SuW 2018/5 S. 24

 
 

Mit dem europäischen Infrarotsatelliten Herschel stellte ein Forscherteam von der Europäischen Raumfahrtbehörde ESA fest, dass der Zwergplanet (1) Ceres pro Sekunde rund sechs Kilogramm Wasserdampf ausstößt. Damit wird deutlich, dass auch die größeren Asteroiden Eis und Gas gebunden haben.
Aus Spektrum News vom 22.1.2014

 
  Neuere Bilder des Kraters Occator der Raumsonde DAWN besitzen eine höhere Auflösung und zeigen interessante Einzelheiten. Das helle Material besteht überwiegend aus Natriumkarbonat, das mit wässrigen Lösungen aus dem Inneren von Ceres austrat, wobei das Wasser im Vakuum verdampfte. Dadurch fielen die gelösten Salze auf der Oberfläche aus und blieben als helle Ablagerungen zurück.
Aus SuW 2018/10 S. 14
 
 

Aus Aufnahmen der Raumsonde DAWN: Oberfläche auf einer neuen Seite

 
 
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Krater mittlerer
Durchmesser
[km]
Breite Länge benannt nach
Abellio 32 33,2° N 293,09° gallischer Gott des Apfelbaums
Achita 40 25,82 N 65,96 nigerianischer Gott der Landwirtschaft
Annona 60 48,14 S 8,43 römische Göttin der Ackerfrüchte und der Ernte
Anura 37 13,92 S 11,79 guyanischer Geist der Tabaksaat
Aristaeus 35,8 23,43 N 97,68 griechischer Gott der Landwirtschaft
Asari 56 83,03 N 319,88 syrischer Gott der Landwirtschaft
Attis 22 73,07 S 257,84 griechischer Gott der Vegetation und Fruchtbarkeit
Azacca 49,91 6,66 S 218,4 haitianischer Gott der Landwirtschaft
Begbalel 102 17,71 N 325,35 mikronesischer Führer der Taro Äcker
Belun 36,04 33,71 S 356,25 weißrussischer Gott der Felder
Bonsu 31 1,74 N 93,21 malayischer Gott, der Früchte und Blumen
Chaminuka 122 58,58 S 131,2 simbabwischer Geist, der in der Dürre Regen bringt
Coniraya 135 39,9 N 65,73 Inka Gott der Terrassen und Bewässerung
Consus 64 20,7 S 200,5 Italienischer Gott der Landwirtschaft, der über die Ernte und Vorräte wacht
Cozobi 24 45,33 N 287,31 mexikanischer Gott des Maises und des Überflusses
Dantu 126 24,3 N 138,23 ghanischer Gott für den Anbau von Getreide
Darzamat 92 44,21 N 76,4 lettische Mutter des Gartens
Datan 60 59,5 N 252,31 polnischer Gott für die Bestellung des Ackers
Duginavi 155 39,2 N 4,29 koumbianischer Gott , der die Landwirtschaft lehrt
Ernutet 53,4 52,93 N 45,52 ägyptischer Gott der Ernte mit Kobrakopf
Ezinu 116 43,24 N 195,7 Sumerische Göttin des Getreides
Fejokoo 68 29,15 N 312,11 nigerianischer Gott der Süßkartoffel
Fluusa 60 31,31 S 178,22 frühe süd italienische Göttin der Blumen
Gaue 80 30,81 N 86,16 germanische Göttin des Roggens
Geshtin 80 57 N 258,81 sumerische Göttin des Weins
Ghanan 68 76,56 N 30,76 Gott der Mayas des Maises
Hakumyl 29,2 51,42 N 27,75 südamerikanischer Geist des Gartenbaues
Hamori 60 60,86 S 79,44 japanischer Gott der Baumblätter
Hatipowa 40 16,08 S 357,71 indischer Gott der Landwirtschaft
Haulani 34 5,8 N 10,77 hawaiische Göttin der Pflanzen
Heneb 39 10,87 N 191,04 ägyptischer Gott des Getreides und der Weinberge
Homshuk 70 11,23 N 94,06 mexikanischer Geist des Mais
Ikapati 50 33,84 N 45,61 philippinische Göttin des Landbaus
Inamahari 68 14,13 N 89,22 Gottheiten der Sioux der Aussaat
Inkosazana 40 31,8 N 155,1 zulu Göttin der Landwirtschaft
Insitor 26 10,71 S 124,87 römische Gottheit der Saat
Jacheongbi 31 69,2 S 2,3 koreanische Erdgöttin, 5 Getreide auf Jeju brachte
Jaja 22 52,09 N 125,27 kaukasische Göttin der Ernte
Jarimba 69 24,08 S 21,25 australischer Gott der Blumen und Früchte
Jarovit 66 67,9 N 284,74 slawischer Gott der Fruchtbarkeit und Ernte
Juling 20 35,9 S 168,48 malaiischer Geist der Feldfrüchte
Kaikara 72 42,82 N 222,43 ugandische Göttin der Ernte
Kaneki 31,5 23,8 N 294,6 mikronesischer Gott der Kokosnuss Palme
Kerwan 280 10,77 S 123,99 Hopi Geist der Maiskeimung
Kirnis 115 4,9 N 264,2 lettischer Geist der Kirschbäume
Kokopelli 34 18,3 N 124,5 Fruchtbarkeits Gottheit der Pueblo Indianer
Kondos 44 19,34 S 17,31 finische Gottheit der Landwirtschaft
Kumitoga 96 10,09 S 178,83 polinesische Gottheit des pflanzlichen Lebens
Kupalo 26 39,44 S 173,2 russischer Gott des Wachstums und der Ernte
Laukumate 29,7 65,03 N 159,42 lettische Mutter der Felder
Liber 23 42,56 N 37,8 römischer Gott der Landwirtschaft
Lociyo 37,8 6,53 S 228,83 mexikanische Gottheit der bei der Ernte der ersten Chili gedacht wird
Lono 20 36,61 S 304,37 hawaiijanischer Gott der Landwirtschaft
Meanderi 103 40,8 S 194,19 Gottheit in Neu Guinea für Lebensmittel
Megwomets 78,7 36,54 N 146,22 Zwerggott der Yurok Indianer für Pflanzenreichtum
Messor 40 49,93 N 233,73 römischer Gott der Getreide Ernte
Miezi 41,5 75,9 N 223,2 Gott der Tonga in Malawi für Nahrung
Mondamin 126 62,24 S 354 Gott der Ojibwe Indianer für Mais
Nawish 77 18,28 N 193,79 Führer der Acoma Indianer der Felder
Nepen 26,4 6,19 N 220,54 ägyptischer Gott des Regens
Ninsar 40 30,3 N 263,26 sumerische Gottheit der Pflanzen und des Wachstums
Nunghui 22 54 S 272,3 ecuadorianischer Geist der Erde und Keramik
Occator 92 19,82 N 239,33 römische Landwirtschafts Gottheit der Egge
Oltagon 28 25,95 S 37,96 philippinische Göttin der Landwirtschaft
Omonga 77 58,03 N 7167 Reis Geist der Tomori in Indonesien, der im Mond wohnt
Piuku 31 15,37 S 36,99 Gott in Guyana für Maniok
Ratumaibulu 20 67,3 S 77,5 fijanischer Gott mit Schlangenkopffür Landwirtschaft
Razeka 38,38 3,21 S 61,63 arabischer Stammesgott , der als Lieferant der Nahrung verehrt wird
Rongo 68 3,21N 348,71 Maori Gott der Landwirtschaft
Roskva 22 58,9 N 333,02 teutonische Gottheit der zu erntenen Felder
Sedana 58 36,5 N 314,7 indonesischer Gott der Landwirtschaft
Sekhet 40 66,42 S 255,05 ägyptischer Name für Isis als Göttin der bestellten Felder
Shakaema 47 3,66 S 33,93 peruanischer Gott des Bananen Anbaus
Shennong 32,5 69 N 28,1 chinesische Büffekopf Gottheit , die das Pflügen und die Landwirtschaft lehrt
Sintana 58 48,07 S 46,2 columbianische Gottheit , die die fruchtbareErde für die Saat bringt
Tafakula 34 19,82 S 88,59 polynesische Gottheit , die um günstige Zeit für das Getreide gebeten wird
Tahu 25 6,59 S 44,79 Maori Gott für alle Nahrung
Takel 22 50,76 N 280,48 malayische Gottheitfür die Ernte von Knollenfrüchten
Telepinu 31 23,2 N 335,6 hetitischer Gott der Fruchtbarkeit und des Wachstums
Tibong 36 29,82 S 352,2 indonesischer Geist der den Reis verschlingt
Toharu 86 48,32 S 155,95 Gott der Pawnee Indianerder Nahrung und Pflanzen
Tupo 36 32,35 S 88,38 polynesischer Gott der Gelbwurzel
Urvara 170 45,66 S 249,24 indische und iranische Gottheit der Pflanzen und Felder
Victa 32 36,23 N 301,04 römische Gottheit der Nahrung
Vinotonus 140 43,02 N 95,12 keltischer Gott des Weins
Xochipilli 22,7 56,66 N 93,21 aztekischer Fruchtbarkeitsgott
Yalode 260 42,58 S 292,48 Gott, der von Frauen bei Fruchtbarkeitsritualen verehrt wird
Zadeni 129,28 70,36 S 38,34 früher georgischer Gott der überreichen Ernte
 
 
Struktur mittlerer
Durchmesser
[km]
Breite Länge benannt nach
Hanami Planum 555 15° N 230° Fest der japanischen Kirschblüte
Baltay Catena 83,5 49,34 S 274,49 Landwirtschafts Fest an der Wolga
Gerber Catena 100 38,3 S 215,5 Landwirtschafts Fest nach der Aussaat, Region Wolga Ural
Junina Catena 263 26,05 N 214,94 brasilianisches Dankfest am Ende der Regerzeit
Pongal Catena 95,5 37,37 S 267,66 tamilisches Erntedankfest
Samhain Catenae 715 2,75 S 252,85 gälisches Erntedankfest
Uhola Catenae 400 10,65 S 286,66 nigerianisches Erntefest
Cerealia Facula 14 19,7 N 239,6 Hauptfest im frühen Rom für Ceres, die Getreide Göttin
Vinalia Faculae 19 20,2 N 242 römisches Weinfest
Nabanna Fossa 168 1,71 N 284,05 bengalisches Erntedankfest für Reis
Ahuna Mons 20 10,48 S 316,2 sumitisches Erntedankfest
Liberalia Mons 90 6,02 N 311,03 frühes römisches Fest zu Ehren von Liber und Libers den Göttern des Weins
Yamor Mons 16 85,5 N 12 ecadorianisches Getreide und Maisfest
Niman Rupes 45 28,56 S 60,05 Fest der Hopi Indianer
Nar Sulcus 63 41,86 S 280,11 aserbaidschanisches Fest des Granatapfels
Aymuray Tholus 81 28,78 N 335,61 quetchua Erntedankfest
Cosecha Tholus 50 42,15 N 10,38 columbianisches Erntefest
Dalien Tholus 20 3,28 N 5,21 Fest der Khmer am Ende der Reisernte
Hosil Tholus 31 43,31 N 320,71 zentralasiatisches Fest für die Baumwollernte
Kwanzaa Tholus 48 32,06 N 326,68 afrikanisches Erntefest der ersten Frucht
Mikeli Tholus 37 38,62 N 293,38 lettisches Erntedankfest Ende September
Wangala Tholus 50 21,62 S 6,64 indisches Fest am Ende des landwirtschafts Jahres
 
 
     
  letztes Update 10.5.2018