Uranus  
 

Uranus

 
  Uranus ist der siebte Planet des Sonnensystems.
Da er die Sonne außerhalb der Erdbahn umkreist, ist er nur zur Zeit um seine Opposition die ganze Nacht zu sehen. Er steht dann der Sonne gegenüber und geht auf, wenn die Sonne untergeht.
Die nächsten Oppositionen finden statt am: 5.11.2021, 9.11.2022, 13.11.2023, 17.11.2024, 21.11.2025
 
 

Einige Daten der Uranusbahn in Vergleich zur Erde:

Planet

Entfernung zur Sonne in Mio.-km

Entfernung zur Sonne in Lichtmin.

Umlaufdauer
In Jahre

Uranus

2883

160

84

Erde

150

8

1

Er besitzt eine scheinbare Helligkeit bei seiner Opposition der sechsten Größenklasse (5,6 mag), ist also mit bloßem Auge gerade noch zu erkennen.
Entdeckt wurde Uranus im Jahr 1781 vom britischen Astronomen William Herschel.

 
  Hier sind noch einige Daten über den Planeten selbst im Vergleich zur Erde zusammengefasst:

Planet

Äquatordurchmesser in km

Masse

Rotationszeit am Äquator

Uranus

51 120

14,5

  17h 15min

Erde

 12 756

              1

23h 56min

 
 
Seine Rotationsachse liegt praktisch in der Bahnebene. Sie steht in einem Winkel von 98 Grad zur Senkrechten auf der Ebene der Planetenumlaufbahn um die Sonne. Uranus rotiert im Vergleich zur Erde vom Nordpol aus gesehen gegenläufig (im Uhrzeigersinn, die Erde gegen den Uhrzeigersinn). Da die Rotationsachse mit der Bahnebene nur einen Winkel von acht Grad einschließt, sind die Polgebiete für jeweils eine halbe Umlaufzeit, also etwa 42 Jahre, der Sonne zu- bzw. abgewandt. An den Polen entspricht daher der Jahreszeitenzyklus ungefähr dem Tag-Nacht-Zyklus.
 
 
Die Atmosphäre des Uranus besteht in ihren höheren Schichten größtenteils aus Methaneiskristallen, in ihren tieferen Schichten aus Wasserstoff, Helium und Ammoniak. Uranus besitzt einen kleinen, eventuell flüssigen Kern aus Silizium und Eisen mit einer der Erde vergleichbaren Masse. In der Atmosphäre wurden von der Sonde Voyager 2 Wolkenbänder beobachtet, in denen Stürme mit Geschwindigkeiten bis 550 Kilometer pro Stunde toben. Durch ein Teleskop erscheint der Planet als kleine, bläulich grüne Scheibe, es sind von der Erde aus Strukturen nur in großen Teleskopen mit adaptiver Optik erkennbar.
 
  Das Magnetfeld der Erde ist zehnmal stärker als das des Uranus. Die Achse des magnetischen Feldes von Uranus ist um einen Winkel von 60 Grad zur Rotationsachse geneigt. Auch damit nimmt Uranus unter den Planeten eine Sonderstellung ein, denn der magnetische Pol weicht vom Rotationsachsen-Pol ab. Die Dichte des Planeten beträgt etwa das 1,2fache der Dichte von Wasser.  
 

DAS RINGSYSTEM

 
  1977 bemerkte der amerikanische Astronom James L. Elliot, als er die Bedeckung eines Sternes durch Uranus beobachtete, Helligkeitsschwankungen des Sternes bei der Annäherung an den Planeten. Er schloss daraus auf fünf Ringe, die den Uranus in der Ebene seines Äquators umkreisen. Sie bilden einen 9 400 Kilometer breiten Gürtel und wurden, beginnend vom innersten Ring, Alpha, Beta, Gamma, Delta und Epsilon genannt. Die Ringe sind zwischen 38 000 Kilometer und 51 300 Kilometer vom Zentrum des Planeten entfernt. Später konnte die Existenz weiterer Ringe nachgewiesen werden. Im Januar 1986 wurden während des Forschungsfluges von Voyager 2 zwei weitere Ringe entdeckt. Damit sind heute insgesamt elf Ringe bekannt. Diese dunklen Ringe sind zumeist maximal 15 Kilometer breit, nur der innerste Ring besitzt eine Breite von etwa 2 500 Kilometern und der äußerste (Epsilon) eine Breite von etwa 100 Kilometern.
Das Ringmaterial wird vorwiegend aus Partikeln im Zentimeter- bis Meterbereich gebildet und besteht aus gefrorenem Kohlenstoffverbindungen.
 
 

DIE MONDE

 
  Außer seinen Ringen besitzt Uranus mindestens 27 Trabanten (zehn  kleinere wurden durch die Raumsonde Voyager 2) Die beiden größten Monde, Oberon und Titania, hatte Herschel 1787 entdeckt, die beiden nächsten, Umbriel und Ariel, fand der britische Astronom William Lassell 1851. Miranda beobachtete erstmals 1948 der amerikanische Astronom Gerard Peter Kuiper. Die Trabanten Setebos, Stephano und Prospero wurden 1999 entdeckt.  
 
Mond Nr. große Halbachse [km] Umlaufzeit [Tage] Durchmesser [km] scheinbare Helligkeit [mag]
Miranda V 130 000 1,4 472 15,8
Ariel I 191 000 2,5 1 158 13,7
Umbriel II 266 300 4,1 1 169 14,0
Oberon IV 580 000 13,5 1 523 13,2
Titania III 1 220 000 15,9 1 578 8,4
 
 

3 D Modell Bitte mit der Maus bewegen :

Miranda
Ariel
Umbriel
Oberon
Titania

 
 

DAS MAGNETFELD

 
 

Das Magnetfeld der Erde entsteht durch die Bewegung des leitfähigen Materials im Kern.
Einer Theorie zufolge ist Uranus vermutlich schalenförmig aufgebaut. Hier bewegen sich mehrere Schichten und erzeugen einen magnetischen Quadrupol. Es bestehen zwei Nord – und zwei Südpole.

 
 

Ein Polpaar ist zum Beispiel um fast 60° gegenüber der Rotationsachse geneigt und hat seinen Ursprung nicht im Zentrum des Planeten. Vermutlich wird es durch Bewegungen in nicht allzu großer Tiefe erzeugt, möglicherweise durch ionisiertes Wasser. Denn neue Forschungsergebnisse zeigen, dass die unteren Schichten stabil sind und dass nur das Eis in der äußersten, dünnen Schale zu Konvektionsbewegungen in der Lage ist.
Uranus hatte beim Vorbeiflug von Voyager 2 1986 relativ gut entwickelte Auroras (Polarlicht), die als helle Bögen um die magnetischen Pole gesehen werden. Das Hubble Weltraumteleskop konnte im Jahr 2011 kleine runde Auroras auf der Uranus-Tagseite beobachten, die nur wenige Minuten andauerten. Damit haben sich Uranus-Auroras seit dem Vorbeiflug von Voyager 2 deutlich verändert, was wohl damit zusammenhängt, dass die Planetenachse und damit das Magnetfeld zur Sonne anders orientiert sind als beim Vorbeiflug von Voyager 2.

 

 
  Der Planet fliegt wie ein stabiler Kreisel auf seiner Bahn um die Sonne durch den Raum. So bleibt die Rotationsachse stabil im Raum (siehe oben).  
 
Uranus von der Erde aus gesehen am 25. Januar 1986, also der Anblick, den Voyager 2 bei ihrem Anflug auf den Planeten hatte. Uranus von der Erde aus gesehen am 15. Juli 2011, also der Anblick, den das Weltraumteleskop Hubble bei den Aufnahmen der Auroras hatte.
Blick auf den pol von Uranus Blick auf den Äquator von Uranus.
 
 

Quelle:
https://www.wissenschaft.de/astronomie-physik/eisschichten-und-ionisierte-atome-wie-die-magnetfelder-von-uranus-und-neptun-entstehen/

 
 
  siehe auch unter September 2008 (Titan)  
     
  letztes Update 4.6.2016