MERKUR

 
 

Gemeinsam mit Venus, Erde und Mars wird der Merkur zur Gruppe der erdartigen oder inneren Planeten gezählt.

 

 
 

Planet

Entfernung zur Sonne in Mill.-km

Entfernung zur Sonne in Lichtmin.

Umlaufdauer
in Tage

Merkur

46-70

3-4

88

Erde

150

8

365

 
  Da Merkur innerhalb der Erdbahn die Sonne umkreist kann er nie der Sonne gegenüber stehen (Opposition, 180 Grad), sondern erreicht nur einen maximalen Abstand von 18 bis 27 Grad (Elongation) von der Sonne.  
 
östliche Eiongation westliche Elongation
 
 
1) Merkur steht links neben der Sonne in der östliche Elongation, er ist abends als Sichel zu sehen.
2) weiter auf seiner Bahn bewegt sich Merkur (von der Erde aus gesehen) auf die Sonne zu, kommt der Erde näher und sein scheinbarer Durchmesser nimmt bis auf 11 bis 15“ zu. Er befindet sich dann in der unteren Konjunktion und steht unbeobachtbar vor der Sonne.
3) Das Merkurscheibchen wird jetzt wieder kleiner und die Sichel nimmt ab, bis er rechts von der Sonne in der westlichen Elongation steht. Er ist dann morgens vor Sonnenaufgang im Osten zu sehen. Das Scheibchen (Sichel) hat dann einen Durchmesser von 7“.
4) Merkur bewegt sich auf die Sonne zu und entfernt sich von der Erde. Die Sichel nimmt weiter zu, bis wir in der oberen Konjumktion das voll beleuchtete Planetenscheibchen (5“)sehen würden, wenn es nicht ober- oder unterhalb der Sonne am Taghimmel stünde.
 
 

Die Daten der Sichtbarkeit des Merkurs

 
 
 

Nr.

Name

Sichtbarkeit

Daten für 2016

Daten für 2017

1

östliche Elongation

abends

18.4./16.8./11.12.

1.4./30.7./24.11.

2

untere Konjunktion

unsichtbar

14.1./9.5./13.9.

 

3

westliche Elongation

morgens

7.2./5.6./28.9.

19.1./17.5./12.9.

4

obere Konjunktion

unsichtbar

23.3./7.7./27.10.

 

Für Abendsichtbarkeiten gilt: Im Frühling steht die Ekliptik steil und daher günstig zum Westhorizont, im Herbst aber flach und daher ungünstig. Daher sind Abendsichtbarkeiten von Merkur im Frühling am besten. Die optimale Sichtbarkeit ergibt sich, wenn die größte Elongation von der Sonne zu Frühlingsbeginn eintritt.

Für Morgensichtbarkeiten gilt der Grundsatz: Im Herbst steht die Ekliptik steil und daher günstig zum Osthorizont, im Frühling aber flach und daher ungünstig. Daher sind Morgensichtbarkeiten von Merkur im Herbst am besten. Die optimale Sichtbarkeit ergibt sich, wenn die größte Elongation von der Sonne zu Herbstbeginn eintritt.

 
 
 

Aufbau des Planeten

 
 
 

zunächst einige Zahlen:

Planet

Äquatordurchmesser in km

Masse

Rotationszeit

Merkur

4 875

0,06

 58,7  Tage

Erde

 12 756

1

23h 56min

 

 
 
 
Das Bild Merkur´s ist von der Raumsonde Messenger am 14.1.2008 aufgenommen worden.

Die Anziehungskraft des Merkur ist zu klein, um dauerhaft eine dichte Atmosphäre festhalten zu können, zumal die starke Sonneneinstrahlung jegliche Gasatome binnen kurzer Zeit so stark aufheizt und beschleunigt, dass sie das Schwerefeld des Planeten verlassen können. Die gesamte Masse der "Merkur-Atmosphäre" wird auf etwa 1.000 Kilogramm geschätzt.
Die Oberfläche des Planeten ist von zahlreichen Kratern übersät und besteht im Wesentlichen aus porösem, dunklem Gestein. Mit einem Durchmesser von rund 1 300 Kilometern ist das Caloris-Becken der größte Krater des Planeten.

Die mittlere Dichte von Merkur liegt bei 5,43 Gramm pro Kubikzentimeter, etwa vergleichbar mit dem Wert der Erde (5,52 Gramm pro Kubikzentimeter). Die Schwerkraft auf seiner Oberfläche entspricht nur 38 Prozent der Schwerkraft auf der Erdoberfläche.
Aufgrund der Nähe zur Sonne und der extrem dünnen Atmosphäre unterliegt Merkur starken Temperaturschwankungen: die Temperatur liegt auf der Sonnenseite bei rund +430 °C und auf der Schattenseite bei etwa -180 °C

Die hohen Temperaturwerte liegen daran, dass der synodische (siehe unten) Merkurtag 176 Erdtage beträgt, das heißt die Zeit in der die Sonne, an einem Ort auf Merkur, wieder im Süden steht. Dadurch heitzt sich der Boder so stark auf.

 
 

Rotation

 
  Merkur besitzt als Besonderheit eine fast gebundene Rotation. Seine siderische Rotationsperiode (Drehung um 360° gegenüber dem einem Stern) beträgt 58,65Tage  (1 Merkurtag) wobei der Planet für einen siderischen Umlauf 88 Tage (1 Merkurjahr) braucht.   
 

Umlaufbahn

 
  Merkur bewegt sich auf einer sehr exzentrischen Bahn um die Sonne. Auf Merkur kommen die Jahreszeiten nicht, wie auf der Erde oder auf dem Mars, durch die Achsennigung zustande, sondern werden durch die Entfernungsunterschiede zur Sonne auf seiner Umlaufbahn verursacht.
Die Sonneneinstrahlung variiert aufgrund der Exzentrizität der Bahn beträchtlich: Im Perihel trifft etwa 2,3-mal so viel Energie von der Sonne auf die Merkuroberfläche wie im Aphel. Dieser Effekt, der beispielsweise auf der Erde wegen der geringen Exzentrizität der Bahn klein ist (7 %), führt zu Jahreszeiten auf Merkur.
 
 

Raumsonden

 
  Wegen der schwierigen Erreichbarkeit auf der sonnennahen Umlaufbahn und der damit verbundenen Gefahr durch die hohen Temperaturen und den intensiveren Sonnenwind, hat bis 2011 erst eine Raumsonde, Mariner 10, den Planeten eingehender studiert. Bei drei Vorbeiflügen in den 1970er Jahren konnte sie jedoch lediglich etwa 45 Prozent der Oberfläche des Merkurs kartieren.
Der komplizierte Anflug auf den Planeten Merkur benötigte mehrere Swing-by Manöver an Erde, Venus und Merkur, um Geschwindigkeit abzubauen. Ende 2011 ist die Sonde in die endgültige Umlaufbahn um Merkur eingeschwenkt. Die Merkurkarten wurden von Messenger gemacht.
Ende der Raumsonde MESSENGER:
MESSENGER umkreiste den Planeten bis zum April 2015 und stürzte am 30. April auf Merkur ab. Die Umlaufbahn von MESSENGER wurde immer niedriger und konnte weil der Treibstoff verbracht war, nicht mehr korrigiert werden. Grund für das Absinken des Orbits war die Anziehungskraft der Sonne im Orbit. Die Sonde schlägt im Nordosten des Kraters Shakespeare einen Krater mit 16 Meter Durchmesser.
 
 

siehe auch unter Mai 2008

Oberfläche

 
     
  letztes Update 6.5.2016