Lichtverschmutzung

 
 

Die irdische Nacht wird immer heller. Zwischen den Jahren 2012 und 2016 wuchs die künstlich beleuchtete Fläche unseres Planeten um 9,1 Prozent, das sind im Schnitt 2,2 Prozent Zuwachs pro Jahr.

 
 
Europa aus dem All: 1992 2010
 
 

Auswirkungen auf Menschen und Tiere   

 
 

Vielerorts in Europa ist es nachts nicht mehr richtig dunkel. Die Folgen der Lichtverschmutzung für Mensch und Tier sind erheblich.

 
 
© iStock / YiuCheung (Ausschnitt)
 
 

Die Lichtverschmutzung in Deutschland, Österreich und der Schweiz nimmt immer mehr zu. So ist schon den meisten Menschen der Blick auf die Milchstraße versperrt – Astronomen wehren sich bereits mit Initiativen gegen das Problem des immer hellen Himmels, zum Beispiel im Rahmen der Dark Sky Community. Doch es leidet auch die Gesundheit von Mensch und Tier. Zu den Folgen der Lichtverschmutzung für Vögel und Insekten zählt beispielsweise eine Störung des Biorhythmus und ihres Navigationssystems. Auch Menschen sind betroffen: Die ununterbrochene Beleuchtung könnte sich auf den Hormonhaushalt auswirken.

 
 

Das Licht hat auch seine Schattenseiten: In den hell erleuchteten Städten und Siedlungen verenden Insekten an den Laternen, die Tierwelt wird in ihrem Lebensrhythmus gestört.  Vögel zwitschern mitten in der Nacht. Fledermäuse verlassen ihre Tagesquartiere, wenn diese beleuchtet sind, später als gewöhnlich für die Futterjagd. Das klingt banal, bringt aber ihren Rhythmus durcheinander: Sie haben weniger Zeit für die Nahrungssuche.

 
 

Selbst wir Menschen leiden, wenn Straßenlampen die Wohnräume ausleuchten und uns so den Schlaf rauben. So um unseren Schlaf gebracht, können wir in der Stadt nicht einmal das Naturerlebnis Sternenhimmel bewundern.

 
 

Auf dieser Seite haben wir die wichtigsten Beiträge zu diesem Thema für Sie zusammengestellt.

 
 

Energieverschwendung

 
 

Ein verantwortungsvoller Umgang mit der Umwelt erfordert einen effizienten Einsatz von Energie. LED-Leuchten verbrauchen bei gleicher Helligkeit wie Natriumdampflampen weniger Strom. Es ist also unnötig mehr Lampen aufzustellen.
Denn es wird bei gleichem Stromverbrauch mehr Licht abgestrahlt. Hier kann viel Energie eingespart werden.

 
 

Beleuchtung und Kriminalität   

 
 

Eine 2015 im „Journal of Epidemiology and Community Health“ fand heraus, dass Beleuchtung keine Unfälle und Verbrechen verhindert. Die Wissenschaftler untersuchten Daten von Verkehrsunfällen und Kriminalität in 62 Landkreisen in England und Wales. Die Studie kam zu dem Ergebnis, dass die Beleuchtung keinen Einfluss hat gleichgültig ob die Beleuchtung gedimmt, zeitweise oder ganz ausgeschaltet wurde. Dasselbe ergaben zwei weitere Studien in den USA.

 
 

Messen der Lichtverschmutzung

 
 

Wie hell ist mein Nachthimmel? Eine Frage, die längst nicht nur Amateurastronomen interessiert. Abermillionen künstliche Lichtquellen erhellen heutzutage nicht nur Straßen und Wege, sondern auch den Himmel darüber. "Skyglow" nennen Astronomen dieses Phänomen – ein Himmelsglühen, das nicht nur die Sterne vom Firmament verschwinden lässt, sondern auch zum Problem für nachtaktive Lebewesen wird. Ob die derzeit in großem Maß stattfindende Umrüstung auf LED-Leuchten den Himmel noch heller werden lässt oder zu einer Abnahme des Skyglow führt, ist eine offene Frage, von der wohl das Schicksal unseres Nachthimmels abhängt. Wohin geht die Reise? Satellitenmessungen helfen nicht weiter – es werden Daten vom Erdboden benötigt.
Daten sammeln vor allem Bürgerwissenschaftler: Seit dem Jahr der Astronomie 2009 werten Initiativen wie "Globe at Night" Messungen des Skyglows von Hobbyastronomen auf der ganzen Welt aus. Sie helfen damit Wissenschaftlern, die beispielsweise im interdisziplinären Forschungsprojekt "Verlust der Nacht" versuchen, den schleichenden Tod der Nacht zu verstehen.

 
 

Chris Kyba vom GeoForschungsZentrum Potsdam (GFZ) und dem Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) hat 2013 die App "Verlust der Nacht" mitentwickelt und damit eine einfache Methode geschaffen, den Skyglow in wenigen Schritten zu erfassen. Die App führt den Beobachter nacheinander zu verschieden hellen Sternen am Himmel und fragt, ob diese noch mit freiem Auge zu sehen sind. Andere Hilfsmittel, etwa die App "Dark Sky Meter" oder spezielle Sky-Quality-Meter messen die Himmelshelligkeit direkt über die Kamera des Smartphones beziehungsweise mit Helligkeitssensoren im Gerät. Tausende Messungen weltweit haben Bürgerwissenschaftler bislang eingesandt. Bislang standen diese Daten allerdings nur Profiforschern zur Verfügung.

Quellen: https://www.spektrum.de/news/dokumentieren-sie-die-lichtverschmutzung-in-ihrer-region/1381111
http://www.verlustdernacht.de/Loss_of_the_Night_App.html
 
 

Machen Sie mit

 
 

Sinnvolle Beleuchtung
Mit Licht fühlt sich der Mensch sicher, wer mag schon darauf verzichten? Das muss niemand, denn es geht nicht um ein Weniger an Licht, sondern um richtige Beleuchtung.

 
 
  • Das Licht soll sein Ziel erhellen, nicht den Himmel oder die Natur. Es sollte nur nach unten auf Straßen und Gehwege gerichtet sein. Moderne Lampen machen das möglich, man muss nur wissen, welche davon. Und Sie spart am Ende sogar noch Strom.
  • Das Licht in unbenutzten Räumen sollte sofort ausgeschaltet werden. Das spart Strom und Geld.
  • Außenbeleuchtung wird nur gebraucht, wenn sich ein Mensch in ihrem Bereich bewegt. Die Beleuchtung kann mit einem Bewegungs-Sensor eingeschaltet werden.
  • Muß der Garten beleuchtet werden? Sie können Ihren Garten am Tag genießen, kostenlos und optimal ausgeleuchtet!
  • Herkömmliche Lichtquellen auf eine gelbliche LED-Leuchten umstellen. Das spart zusätzlich Strom und ist für den Menschen angenehmer.
 
 

Quelle: https://www.darksky.org/light-pollution 

 Wikipedia