Objekt des Monats
Mai 2012
Phobos und Daimos

Phobos und Daimos sind Monde des Planeten Mars.
Aber jetzt zu den Monden selbst.

Vergleich der Daten beider Monde

     

 

Phobos

Deimos

Abstand vom Planeten

9 300 km

24 400 km

Umlaufzeit

7Std 39Min

1Tag 6Std 18Min

Bahnneigung gegen Äquator

1,1°

1,8°

Abmessungen

27 x 22 x 18 km

15 x 12 x 10 km

Scheinbare Helligkeit

11,3 – 14,8 mag

12,4 - 15,7 mag

Maximal Abstand vom Planeten

17 Bogensekunden

53“

       
 

Phobos

Aus dem Griechischen für „Furcht“ auch Mars I genannt.

 

Deimos

Griechisch für „Schrecken“ auch Mars II genannt.

 
Phobos Daimos

Eigenschaften  

Seine Abmessungen sind 27 x 22 x 18 km. Die längste Achse des Marsmondes zeigt durch die gebundene Rotation immer zum Planeten. Er weist eine mittlere Dichte von 1,887 g/cm3 (was wesentlich geringer als die des Mars ist, die Dichte von Tuff-Gestein der Erde liegt zwischen 1,50 und 2,86 g/cm3) und ein Volumen von 5680 Kubikkilometern auf. Er ist mit einer Staubschicht überzogen, dem so genannten Regolith, wie er auch auf unserem Mond vorkommt.

Eigenschaften

Deimos ist der kleinere der zwei Marsmonde. Er misst 15 × 12,2 × 10,4 km und hat eine mittlere Dichte von 1,7 g/cm3. Aufgrund seiner unregelmäßigen Form wird allgemein davon ausgegangen, dass Deimos ebenso wie Phobos ein vom Mars eingefangener Asteroid ist.

Oberfläche

Der größte und auffälligste Krater auf Phobos heißt Stickney. Der Krater misst etwa 10 Kilometer im Durchmesser. Der verantwortliche Einschlag muss den kleinen Mond beinahe zerrissen haben.

Oberfläche

Die Oberfläche dieses Trabanten ist, wie die von Phobos, mit einer Staubschicht überzogen, dem so genannten Regolith. Diese Substanz ist vom Erdmond bekannt. Die Regolithschicht ist auf Deimos dicker als auf Phobos, was zur Folge hat, dass auf ihm die Oberflächenmerkmale weniger stark ausgeprägt sind. Deimos hat auch eine sehr geringe Albedo von nur 0,07 und ist damit sehr dunkel.

 

Bahnen von Phobos (innen) und Daimos (außen) von der Erde aus gesehen.

Umlaufbahn

Mit einer großen Bahnhalbachse von lediglich 9378 Kilometern bewegt sich Phobos weniger als 6000 km von der Marsoberfläche entfernt um den Planeten und benötigt für einen Umlauf nur 7 Stunden, 39 Minuten und 12 Sekunden. Seine Umlaufperiode ist somit wesentlich kleiner als die Periode der Marsrotation.
Mit seinem rechtläufigen Umlaufsinn verursacht er einen merkwürdigen Effekt: Er überhol so die Marsoberfläche und geht dort im Westen auf und im Osten unter. Die Aufgänge beziehungsweise Untergänge erfolgen in einem Intervall von 11 Stunden, so dass sie pro Tag zwei bis dreimal stattfinden.
Im Unterschied zu Daimos liegt die Umlaufbahn von Phobos innerhalb der für die Gezeitenkräfte kritischen Roche-Grenze des Mars und nähert gleichzeitig sich dem Planeten immer mehr. Der Abstand reduziert sich in einem Jahrhundert um 1,8 Meter, so dass der Trabant in etwa 50 Millionen Jahren abstürzen würde. Es ist jedoch offen, ob die immer stärker werdenden Gezeitenkräfte ihn vorher auseinander brechen lassen und Phobos ein Ringsystem ähnlich des Saturn bilden wird.

Umlaufbahn

Deimos ist der entferntere der beiden Marsmonde, er läuft auf einer fast exakten Kreisbahn von 23.459 km Radius und benötigt für einen Marsumlauf 30 Stunden und 18 Minuten. Wie der Erdmond hat Deimos eine gebundene Rotation, das heißt, er wendet dem Mars immer dieselbe Seite zu. Seine Umlaufbahn ist mit 1,79° leicht gegen die Äquatorebene des Mars geneigt.
Aus dem Bild der Mondbahnen ist zu erkennen, dass Daimos zwischen den Elongationen oberhalb und unterhalb des Planeten zu sehen ist.

Besonderheit:
Würde man auf dem Mars stehen, erschiene einem Deimos mit einem scheinbaren Durchmesser von der doppelten Größe, die die Venus von der Erde aus bei ihrer größten Annäherung hat. Er wäre trotzdem nur als verwaschenes Pünktchen am Marsfirmament zu erkennen, da er zudem einer der dunkelsten Himmelskörper im Sonnensystem ist. Deimos ist aufgrund seiner Rotationsgeschwindigkeit 2,5 Mars-Tage auf dem Mars zu sehen.

Erdgebundene Beobachtungen der beiden Monde

Mit dem 60cm Spiegelteleskop der Sternwarte Eberfing besteht theoretisch die Möglichkeit diese lichtschwachen Monde zu sehen. Aufgrund ihrer geringen Helligkeit (11 und 12 mag)  und des geringen Winkelabstands (17“ und 53“) zum Planeten ergeben sich allerdings Schwierigkeiten und es müssen einige Bedingungen erfüllt sein.
Die Monde sind am besten zu beobachten, wenn

  • ihr Zentralkörper in Opposition zur Sonne steht.
  • sie auf ihrer Bahn um den Planeten in dem größtmöglichen Abstand (Elongation) stehen.
  • Mars einen geringen Abstand von der Erde hat. Also bei einer nahen Opposition. Die nächste findet 2018 statt.

Sind trotz optimalen Bedingungen die Monde nicht zu sehen, kann ein Trick angewendet werden. Der Planet ist aber über 14 Größenklassen oder mehr als 400.000 mal heller als Daimos. Der helle Planet kann mit einem Streifen im Okular ausgeblendet werden, damit er den lichtschwachen Mond nicht überstrahlt.

Entdeckt wurden Phobos und Daimos 1877 von Asaph Hall am US Naval Observatory in Washington D. C. Er beobachtete beide Marsmonde mit einem 66 cm Refraktor (Linsenfernrohr), der zur damaligen Zeit das Fernrohr mit der größten Öffnung war.
Die Monde wurden im August entdeckt. Mars stand 1877 am 6. August in einer nahen Opposition zur Sonne mit einer Entfernung von nur 56,5 Million km von der Erde. Die Beobachtungsbedingungen waren also optimal.