Objekt des Monats      
                     
      Juni 2008 : Der Doppelstern Albireo (beta Cygni)        
                     
 

Beta Cygni ist mit einer Helligkeit von 3,1/4,5 mag der zweithellste Stern (deswegen beta) im Sternbild Schwan (Cygnus). Das System hat eine Entfernung von 385 Lichtjahren. Die beiden Sterne haben einen scheinbaren Abstand von 34,4“, das entspricht einem Abstand von der 100 fachen Entfernung Sonne - Neptun. Bei dieser Entfernung von einander, dauert ein Umlauf in der Größenordnung von100000 Jahren.
Sehr hübsch ist beta Cygni wegen der unterschiedlichen Farben seiner Komponenten. Die Hellere ist orange-rot (K3), die Schwächere bläulich (B8).

 

Die Auffindkarte zeigt die Ansicht des Sternenhimmels am 15. Juni um 22 Uhr Richtung Osten. Eine Hilfe beim Aufsuchen ist das markante Sommerdreieck bestehend aus Deneb, Wega und Atair.

       
   

Beta Cygni ist bei den Astronomen als der Doppelstern bekannt, welcher sich visuell im Teleskop am schönsten und mit den unterschiedlichsten Farben der Sternpartner beobachten lässt. Die Farben der Sterne spiegeln nach dem Wienschen Verschiebungsgesetz die Oberflächentemperaturen der Sterne wider.
Dieser Sachverhalt wurde um 1900 vom Physiker Wilhelm Wien untersucht und als Wiensches Verschiebungsgesetz bekannt.
Dazu wurde eine besondere Strahlungsquelle gebaut, der Schwarze Körper. Bei verschiedenen Temperaturen dieses Strahlers wurde die Intensität bei verschiedenen Wellenlängen – „Farben“ – der Strahlung gemessen. Wien dachte über den Zusammenhang des Maximums der Intensität der Strahlung in Abhängigkeit von der Temperatur des Strahlers nach. Er konnte einen mathematischen Ausdruck dafür angeben.
Vier Jahre später entwickelte Max Planck eine Strahlungsformel, die seine Messungen vollständig erklären konnte.

       

Dieses Wiensche Verschiebungsgesetz besagt, daß sich das Intänsitätsmaximum im Spektrum einer Strahlungsquelle mit abnehmender Temperatur in Richtung größere Wellenlänge (Rot) verschiebt.
Beispiel: wird eine hell, weiß leuchtende Glühbirne ausgeschaltet, so kühlt die Glühwendel langsam ab. Die Farbe der Glühwendel wechselt von weiß über orange nach rot, bis sie nicht mehr sichtbar ist.

Daher lassen sich mit dem Wienschen Strahlungsgesetz die Oberflächentemperaturen der Sterne bestimmen. Damit hat der orange-rote Stern von Albireo eine Temperatur von 4500 und die bläuliche Komponente 13000 Kelvin.

 

Weitere Informationen über Doppelsterne gibt er hier.